Sonntag/Montag:
zum Glück war es auch am Sonntag nicht wirklich heiss, so dass man im Zelt liegen bleiben konnte was nach der anstrengenden Nacht auch bitter nötig war.
duschen (1.50) war natürlich auch deshalb nötig, weil man ja zu Patrick Wolf gehen wollte (welcher übrigens schuld daran ist, dass ich diesen Sommer wieder erblondet bin, ist mir erst auf der Rückreise vom Melt! beim Spex-lesen wieder in den Sinn gekommen - ich bin zum Friseur gegangen und habe das Portraitbild in der aktuellen Ausgabe vorgelegt: "so möchte ich jetzt aussehen!", dies nur am Rande)
ausser Bloca und mir war noch niemand im Stande den langen Weg vom Zeltplatz zum Gelände auf sich zu nehmen, aber auch wir genossen den Auftritt weit hinten auf den Stufen sitzend, statt unter der sich langsam hervorwagenden Sonne im Stehen vor der Bühne. ich kannte kaum eines der gespielten Lieder und es wurde auch keines jener gespielt, die ich so sehr mag und gar nicht gefallen hat mir das
"battle"-Stück. sorry, aber ich kenn da halt einfach derbere Stücke gegen Homophobie, hat mich nicht so beeindruckt und war mir zu sehr "oooh, ich bin Patrick Wolf und ich bin ja so schwul und so arty" (O-Ton unserer Zeltnachbarin....ääääh.... Speedy

), dafür gab es währen dieses Konzertes die vielleicht beste Ansage vor einem Lied, die ich bis dahin gehört habe. ach....
während und nach dem Konzert hab ich noch ein bisschen mit einem Fremden geplaudert und musste ihm zustimmen, als er meinte, dass dies wohl das einzige Festival sei, wo es einfach NUR gute Musik gebe, wo man andauernd stehen bleiben müsse, weil man wieder irgendwoher etwas höre, was man sich unbedingt noch weiter anhören wolle.
der Sonntag konnte dies leider nicht mehr so halten, so begaben Bloca und ich uns nochmals in dieses CoCa Cola-Zelt, wo Team Monster spielen sollte, über welche im Melt!-Programm-Heft geschrieben stand, dass man eben Fan von ihnen sei. die Erwartungen waren entsprechend gross, ebenso die Enttäuschung. tut mir leid, aber das war wirklich übel. ein bisschen Rumgehüpfe im Adidas-Trainer und Raps à la Goldie Lookin' Chain erst und danach wurde es erst recht schüelerband-mässig... das war wirklich gar nichts. obwohl es auch hier ein Stück gab, das mir ob seiner schaurig-schönen Art (oder weshalb auch immer...) die Tränen in die Augen getrieben hat, bin wohl einfach ein bisschen arg nah am Wasser gebaut derzeit..
naja, wir haben das Zelt dann jedenfalls wieder verlassen und sind zu Glasvegas, wo es gleich weiterging mit Schülerbandmusik, war ja echt furchtbar!
also runter an den Baggersee wieder, wo nun - ebenso wie beim Big Wheel gar nichts mehr lief. what a shame! das Big Wheel-Gelände war sogar abgesperrt, hier konnte man noch ein bisschen im Sand spielen. ich glaube wir sind dann nochmals ein bisschen rumgelaufen, eventuell waren wir da nochmals eines dieser leckeren Vegi-Taschenbrote essen bei der Sleepless Zone - sowieso: noch nie hab ich auf einem Festival so dermassen lecker gegessen wie nun auf dem MELT! diese Taschenbrote waren klar Nummer 1, aber auch das Bami Goreng im Gelände drin! boah! (apropos - falls jemand irgendwo dieses Foto findet, dass jemand von blocaholic und mir gemacht hat, wie wir genüsslich diese Taschenbrote mampfen auf dem Bänkli vor dem Stand - UNBEDINGT mir zukommen lassen!).
aber eben, ganz genau weiss ich den Verlauf dieses Nachmittages nun auch nicht mehr, weiss nur noch, dass dann irgendwann der Rest der indienet/Langenthal-Gang später wieder mit uns unten am See war, es zu regnen begann, der Regen wieder aufhörte, man weiter im Sand spielte und Sun_Child beim brünzeln belästigte ts ts ts undsoweiterundsofort. achja, sehr amüsant war natürlich gin_and_milk, welcher irgendwohin deutete und freudig OASIS rief, worauf sich alle Leute umdrehten und einen Blick auf die Band zu erhaschen hofften, welche selbstverständlich gar nirgends zu sehen war haha.
womit wir beim Thema wären: ich hatte mir echt vorgenommen, mir mit den Jungs das Oasis-Konzert ansehen zu gehen, so scheisse ich die Band auch finde. ich meine, so etwas stärkt den Teamgeist und die Kameradschaft wenn man gemeinsam durch eine solch schwierige Zeit gehen muss und in der Erinnerung ist es dann auch nicht mehr so schwer, Ihr wisst schon...
also sind wir dann zur Hauptbühne hin, haben dort die herausgeputzten Herren Zensor und Messias angetroffen, kurz geplaudert und so. und dann kamen eben erst noch Kasabian. und oh mein gott. wenn alles andere, was ich weiter oben als Schülerband bezeichnet habe, keine Schülerbands waren, so musste dies hier auf jeden Fall eine Band sein, welche sich kurz nach Ende der obligatorischen Schulzeit gegründet hat, als man dann so ein paar Kollegen kennengelernt hat, welche dieselben Bands toll finden (Oasis und ...äääähm.... Oasis halt). und dann hat man diese Songs geschrieben mit diesen Texten und seither spielt man die halt einfach. hat mich wirklich sehr stark an jene Bands erinnert, welche vor ein paar Jahren bei uns im Bandraum einquartiert waren, welche auch irgendeinen Brunz gesungen haben, der so tönt wie die Grossen, ohne dass man da wüsste, um was es geht. mir ist von Kasabian dieser Text über "trippin' on LSD" in Erinnerung seither (und natürlich dieses "she's a bitch"-Lied) und ich hab immer noch dasselbe ungläubige Grinsen bzw. den mehr-und-mehr angewiderten Ausdruck in meinem Gesicht wenn ich an diese qualvollen Minuten des Festivals denke. ich hab mich irgendwann mal entschuldigt und kopfschüttelnd den Ort des Geschehens verlassen.
ach ja und vorher ist mir da wohl was etwas Durcheinander geraten, yuksek haben offenbar erst am Sonntag gespielt, aber was solls, mein Mageninhalt war nach einer Viertelstunde Kasabian auch ganz durcheinander. und so hab ich es auch aufgegeben mir noch Oasis anschauen zu gehen. ich wollte kein Spielverderber sein, aber hätte wohl ebenso schnell wieder die Flucht ergreifen müssen, wenn ich dort gewesen wäre. hoffe Ihr hattet Euren Spass. den hatte ich vorerst nämlich mal nicht mehr, weil ich mir echt gedacht habe, dass dies ja wohl nicht das Ende eines so tollen Wochenendes hätte sein sollen. und wie gesagt, nachdem ich mich am OASG darüber geärgert hatte, dass ich yuksek verpasst habe musste ich nun feststellen, dass diese nicht mehr der Rede wert sind.
was nun?
bin dann mal zum Zelt zurückgetrottet, weil es echt kalt war und ich immer noch kurze Hosen trug. dann hing da diese tolle Wolke in der Luft und ich zückte meinen Fotoapparat um ein paar letzte Impressionen festzuhalten. und just in diesem Moment bin ich angesprochen worden.
(war eh toll an diesem Festival und zuvor in Berlin - ständig neue Bekanntschaften, ein paar nette Worte, ein paar freundliche Blicke, so soll es sein!)
den ganzen Weg zurück zum Zelt hab ich dann ein interessantes Gespräch führen können, viel Neues über die Clubs in Berlin erfahren und schlussendlich einen KLUB FREUND-Sticker angeheftet gekriegt. "bis bald" und tschüss!
dann war ich im Zelt und hab mir überlegt, ob ich jetzt schlafen gehen soll, weil das WE besser nicht aufhören kann, wie ich dachte.
dann konnte ich mich trotzdem nicht zurückhalten und bin wieder zurück vors Gelände zur Sleepless Zone, welche mittlerweile in ZOO umbenannt worden war (...!)
dann war da auf einmal auch noch eine indoor-sleepless-zone.
und dann war da eben auch diese Musik! Minimal! es war fantastisch, hab's immer noch nicht rausgekriegt, wer da aufgelegt hat, aber es war einfach perfekt! ich hör mir Minimal nicht so gerne als abendfüllende Tanzmusik an, für mich ist das die Musik, die ich gerne am Ende einer durchtanzten Nacht habe, dann gibt man noch das letzte Geld im letzten Club aus und geht dann irgendwann mal glücklich und zufrieden und total geschafft heim und ins Bett. und genau so war das hier im Prinzip. ein letzter Tanz vor der Heimreise, die ich nun wirklich nicht antreten wollte.
in jener indoor-sleepless zone dann auch wieder meine neuen Bekanntschaften von kurz zuvor am Tanzen gesehen, dachte mir aber "besser jetzt nicht nochmals hingehen". dann kam ein Partyfotograf und hat genau die Person und mich zusammengerückt, Freudeschrei (OMG!) und von da an immer wieder zusammengetanzt und getrunken, immer wieder neue Leute innert Sekunden ins Herz geschlossen, so dämlich das auch tönen mag. keine dumme Anmache, bloss ein paar Blicke, als wäre man schon lange befreundet und brauche keine Worte mehr um sich zu verstehen (ja, ich weiss, pathetisch, war aber so in jenem Moment).
Coca Cola-Zelt, Passion Pit kurz gehört, zurück zur Sleepless Zone mit den anderen, legendärer redbullzältselfmadestrobo wohoho und ab ins Zelt, schlafen.
Montags um neun Uhr auf, packen, den Zuger Zeltnachbarn lebewohl sagen, Heimreise antreten, Aargauer indienetler am Bahnhof von Gräfenhainichen, unser Zug wird durch einen Ersatzzug äh ersetzt, keine freien bzw. reservierten Abteile und alle Anschlusszüge deswegen verpasst, will heissen, wir sitzen irgendwo im Zug auf dem Boden fünf Stunden lang und müssen x-mal umsteigen aber was solls. ist schon ein Weilchen her, dass ich das letzte Mal eine solch gute Zeit erlebt habe.